Wenn man die Dynamik erkennt
Margit arbeitete viele Jahre in einem Umfeld, das ihr viel abverlangte. Sie versuchte, Konflikte zu vermeiden, indem sie sich stets anpasste, alles recht machte und ihre eigenen Wünsche hinten anstellte. Sie lächelte, nickte zustimmend, stellte sich selbst zurück – in der Hoffnung, Anerkennung und Harmonie zu finden. Doch je mehr sie sich verbog, desto schwerer wurde ihr Herz.
Die ständige Selbstverleugnung zermürbte sie auf leise, aber tiefe Weise. Margit fühlte sich zunehmend unsichtbar, ihre eigenen Bedürfnisse und Träume schienen wie ausgelöscht. Jede Begegnung mit den Kolleg:innen kostete Energie, jeder Tag fühlte sich wie ein Balanceakt zwischen Anpassung und Aufrechterhaltung eines Bildes, das nicht sie selbst war.
Erst als sie begann, diese Dynamik zu erkennen, fiel ein Stück Last von ihren Schultern. Sie lernte, dass ihre eigenen Grenzen nicht verhandelbar sind und dass Authentizität nicht nur erlaubt, sondern lebensnotwendig ist. Schritt für Schritt begann Margit, auf ihre innere Stimme zu hören, sich selbst wieder wahrzunehmen und kleine, bewusste Entscheidungen für sich zu treffen. Heute spürt sie wieder, wer sie ist, und erkennt: echte Verbindungen entstehen nicht durch Anpassung, sondern durch Echtheit.