Wenn das WIR verstummt

Einst waren Petra und Paul unzertrennlich. Sie verband eine tiefe Leichtigkeit, die sich in Abenteuern, Lachen und stundenlangen Gesprächen entfaltete. Ihre Liebe war die unerschütterliche Grundlage, auf der sie ihr gemeinsames Leben aufbauten.

Doch schleichend, fast unbemerkt, rückte das "Wir" in den Hintergrund. Im hektischen Alltag zwischen Kita-Chaos, beruflichen Anforderungen und nächtlichem Familienleben verloren sie sich in ihren Rollen. Die Nähe, die sie einst so mühelos verband, wurde zu einem kostbaren Gut, das im Strudel der Verantwortung verloren ging. Petra wurde stiller und zog sich in die Gedanken ihrer eigenen Welt zurück, während Paul immer gereizter und unzufriedener wurde, getrieben von der leisen Suche nach Sinn und sich selbst.

Mit den leeren Zimmern der ausziehenden Kinder, den unerwarteten Veränderungen der Wechseljahre und der damit verbundenen Zerrissenheit wurde die Leere zwischen ihnen spürbar. Unter der Oberfläche schwelte eine leise Sehnsucht nach Freiheit, gepaart mit der tiefen Angst vor dem Alleinsein. Streitereien, Schweigen und das bloße Funktionieren bestimmten ihren Alltag. Die Liebe war zwar noch da, aber der Weg zueinander schien mit jeder vergehenden Nacht länger zu werden.

Vielleicht erkennst du dich in ihrer Geschichte wieder. Wenn das gemeinsame Lachen seltener wird und die Stille mehr über deine Beziehung sagt als jedes Wort. Wenn das "Wir" in der Verantwortung zu ertrinken droht, beginnt die Suche nach dem Weg zurück zueinander.

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